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Liebeskummer: Frauen shoppen, Männer suchen neue Abenteuer

Der deutsche Autor und Maler Erhard Blanck sagte einst: „Liebeskummer ist das banalste von der Welt. Außer es ist der eigene.“ Und tatsächlich kann der Herzschmerz den Betroffenen enorm zu schaffen machen. In schweren Fällen treten häufig Symptome wie Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Appetitlosigkeit, aber auch Zukunftsängste und Panik-Attacken neben Trauer, Einsamkeit und Wut auf.

Ablenkung ist bei Liebeskummer sehr willkommen

So wundert es kaum, dass Leidende versuchen, sich abzulenken. Die Vorlieben der Geschlechter fallen dabei sehr unterschiedlich aus. Laut einer jüngeren “Forsa- Studie“ zieht es Frauen überwiegend zum Shopping. Der Renner sind modische Klamotten, wie 56 Prozent der unter dreißigjährigen und 37 Prozent der über dreißigjährigen Frauen angab. Doch auch Bücher, Kino- und Theaterkarten sind beliebte Shopping- Artikel bei Liebeskummer. 34 Prozent der befragten Frauen kaufen diese Dinge zur Ablenkung. 22 Prozent der Frauen helfen ein paar neue Schuhe kurzweilig über den Kummer hinweg.

Anders reagiert hingegen die Männerwelt. Rund 50 Prozent der Männer gehen bei Liebeskummer sehr gerne aus und stürzen sich ins Nachtleben. Während dem überwiegenden Teil Entertainment und Alkohol Trost spendet, sind 16 Prozent der männlichen Pisten- Gänger auf der Suche nach einer Affäre. Ein weibliches Abenteuer scheint prädestiniert, um das angeknackste Selbstwertgefühl der leidenden Männer wieder zu steigern. Männer landen, rein statistisch betrachtet, im Allgemeinen nach einer Trennung viel schneller wieder in einer Beziehung. Meist handelt es sich dabei jedoch um Übergangsbeziehungen, die meist wieder scheitern.

Liebeskummer will verarbeitet werden

Viele Psychologen halten es nach dem Ende einer Beziehung für wichtig, die gescheiterte Partnerschaft und anschließende Trennung zu verarbeiten. Ablenkung ist natürlich hilfreich, um über den Schmerz besser hinweg zu kommen. Jedoch sollten sich von Liebeskummer Betroffene auch ausreichend Zeit zum bewussten Trauern nehmen. Verdrängte Gefühle können nicht nur die Liebeskummer- Phase verlängern, sondern auch in späteren Beziehungen subtil im Wege stehen.

Die Auseinandersetzung mit den persönlichen Faktoren, die letztlich zur Trennung geführt haben, ist ebenso ratsam. Mitunter stellt es sich nach dem Ende einer Beziehung heraus, dass beide Partner die Trennung im Grunde nicht wollten, sondern ein Partner aus Hilflosigkeit den Schlussstrich gezogen hat. Diese Situation tritt häufig ein, wenn ein Paar sich zwar noch liebt, aber nicht in der Lage war, seine Konflikte zu lösen. Mit mehr Distanz, wenn der sonst gegenwärtige Beziehungstress verflogen ist, möchten einige ehemalige Partner noch einen zweiten Versuch wagen. Doch auch hier gilt: Erst die Ursachen klären, die zur Trennung geführt hatten und gemeinsam entsprechende Lösungsstrategien für die Zukunft erarbeiten. Andernfalls droht die Gefahr, das sich typisch negative Muster wiederholen und zwangsläufig erneute Trennung dann endgültig ist.