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Sportlicher Segeltörn durch die Ägäis

Segeltörn durch die Ägäis

Ich beschließe, dieses Jahr meinen lang gehegten Traum zu realisieren und nach Griechenland auf einen Segeltörn durch die Ägäis zu gehen. Im Internet ist nach einer kurzen Recherche das richtige Angebot gefunden und gebucht. Es soll eine Mischung aus sportlichem Segeln und einem angenehmen Aufenthalt an Bord einer Yacht sein.
Es ist Ende Mai und wir treffen uns in der Athener Marina Kalamaki. Wir, das sind fünf segelbegeisterte Mittdreißiger aus Deutschland und dazu kommt unser Skipper Sven. Wir entern unser Heim für die nächsten zwei Wochen, eine schnittige Bavaria Elisabeth. Der Platz ist knapp aber ausreichend. Nach kurzem Kennen lernen verteilen wir die Kabinen. Ich bekomme eine sehr witzige Nachbarin, wir verstehen uns auf Anhieb sehr gut und unisono wählen wir die einzige Bugkabine. Es sind noch zwei Heckkabinen da – der Skipper schläft wie sich herausstellt erfahrungsgemäß im Salon und schmust nachts mit den Fendern unter seiner Bank.
Als erstes füllen wir mit je 50 Euro die Bordkasse auf und so ausgestattet geht es zum Einkaufen in den nahegelegenen Supermarkt. Es muss an alles gedacht werden, denn wir werden in erster Linie Selbstversorger sein. An der Kasse gibt es einen Stromausfall, wir witzeln, dass wir unsere Lebensmittel wohl umsonst mitnehmen dürfen. Aber das war nur eine kurze Freude, es kommen knapp 500 Euro zusammen und wir müssen später die Bordkasse nachfüllen. Es sind so viele Einkaufswagen, dass wir uns die Waren ans Boot liefern lassen.
Zurück an Bord der Bavaria richten wir uns häuslich ein. Etwas später kommt unser Verpflegung und der Skipper kommt nicht aus dem Staunen raus, wie viel wir eingekauft haben. Aber so sind wir gut versorgt und müssen auf den teuren Inseln nur Kleinigkeiten und vor allem Wasser einkaufen. Der Skipper wird traditionsgemäß von der Crew ausgehalten.
Abends gehen wir in eine Taverne und beschnuppern uns weiter – allgemein stellen wir fest, dass kein Stinkstiefel dabei ist, wir haben so viel Spaß, dass wir zurück auf dem Boot noch auf dem Bug hocken und biertrinkend reißen wir unsere Späße.
Unser erster Tag auf See verläuft sehr geruhsam, wir laufen unter Motor vorbei an Kap Sounion Richtung Kea. Unterwegs begegnen wir einer Schildkröte und etwas später erspähen wir in einiger Entfernung von uns eine Delfinschule hinter einem Fischkutter. Die Delfine sind dementsprechend aufgeregt. Manche von uns versuchen sich als Rudergänger und die Stimmung an Bord ist sehr ausgelassen. Am frühen Nachmittag legen wir in der kleinen Marina von Kea an. Wir sehen neben uns einige Prachtyachten, die auch in St. Tropez eine gute Figur machen würden. Eine dieser Yachten hat nachts eine Unterwasserbeleuchtung. Der Hafen ist ein beliebtes Wochenendausflugsziel für betuchte Athener. Wir gehen in eine nette ganz kleine Bar und bestellen uns etwas zu trinken. Beim Bezahlen erleben wir unser blaues Wunder: so teures Bier hat noch keiner von uns getrunken.
Am folgenden Tag sind wir auf Kurs Syros, diesmal aber werden wir in einer Bucht vor Anker gehen und somit den ganzen Tag an Bord verbringen. Hier versuchen wir, zum ersten Mal das noch recht frische Ägäiswasser zu testen und kehren sehr schnell wieder an Bord. Wir brutzeln ein leckeres warmes Abendessen, das geschieht in Gemeinschaftsarbeit mit meiner Kabinennachbarin. Es wird sich in Verlauf der Woche zeigen, dass wir sehr gut harmonieren und uns immer was Feines einfällt.
Inzwischen sind die Winde so günstig, das wir ausschließlich unter Segeln laufen und das gefällt natürlich allen. Denn wir sparen auch unseren Sprit. Wir werden übrigens überhaupt nicht tanken in den zwei Wochen, mit unseren Wasservorräten sind es ebenso gut aus.
An diesem Tag erleben wir einen Höhepunkt: wir laufen in Mykonos ein. Diese wunderschöne Insel begeistert uns alle, manchen nutzen sie zum Shopping, andere bewundern die Architektur, nur der berühmte Pelikan – ein echter Münchner – ist nicht zu sehen.
Bis jetzt hat es uns so gut an Bord gefallen, dass wir immer uns selbst versorgt haben – dank natürlich der klugen Einkäufe in Athen.
Heute war ein guter Segeltag und die Elisabeth hat uns nach Antiparos gebracht. Unser Skipper erzählt uns, dass an Land eine sehr gute Taverne ist und wir setzen mit dem Schlauchboot über. Das Essen ist wirklich fantastisch und es wird ein sehr schöner Abend.
Am Morgen heißt es wieder weitersegeln nach Paros, in Nauossa legen wir an. Leider verändert sich das Wetter und es wird sehr stürmisch. Wir wollten noch nach Naxos, hier sollte auch der Crewwechsel stattfinden. Aber daraus wird nichts. Der kurze Weg nach Naxos ist im Moment nicht zu segeln, sagen auch alle Fischer und sie müssen es ja wissen.
So sind wir gezwungen zwei Tage am Hafen zu verbringen, was nicht weiter schlimm wäre, aber neben uns ankert eine ausrangierte ehemals skandinavische Fähre und die lässt ihre Motoren sogar nachts laufen. An Schlaf ist nicht zu denken. An Bord verbreitet sich langsam ein Koller. Also ergreift der Skipper die Initiative und wir stechen in die stürmische See. Nach einer Stunden sind aber alle einverstanden, als er signalisiert, dass wir umkehren. Jetzt segeln wir an eine windgeschützte Stelle in der Hafenbucht und ankern frei. Nach kurzer Zeit entspannen wir uns alle und hängen an Deck herum. Abends gibt es wieder ein leckeres Essen und alle gehen in ihre Kojen, wo endlich Ruhe herrscht.
Es heißt jetzt, den Weg zurück nach Athen zurückzulegen. Nächste Station ist die Insel Siphnos. Hier sind wir im Hafen, in dem auch die Fähre aus Athen anlegt. Diese sorgt auch für ziemlich Aufregung, weil sie mit so viel Tempo um die Kurve kommt, das die Wellen hoch schlagen. Wir haben unsere Badesachen zum Trocknen hingehängt und so manche Unterhose geht verloren.
Auf Serifos kennt unser Skipper eine wunderschöne Bucht und wir verbringen einen wunderschönen Badetag hier und gehen wieder überhaupt nicht von Bord. Hier herrscht eine paradiesische Ruhe. Wir schwelgen in Erinnerungen an vergangene Abenteuer, schließlich geht der Urlaub zu Ende.
Noch ein Tag auf Kythnos wieder in einer abgelegenen Bucht – Stadt werden wir alle noch genug haben und Athen rückt unaufhaltsam immer näher. Nun beenden wir wieder die Reise in der Marina von Kalamaki, übergeben das Boot an den Verleiher. Am Abend haben wir noch Vorräte verbraucht und lassen alles Übrige für die Athener Putzcrew da. Aber alles in allem haben wir sehr gut gewirtschaftet. Unser Skipper zieht ein zufriedenes Resümee und wir sind glücklich, so einen schönen Urlaub verbracht zu haben. Wir haben alle einen gesunden Teint und unsere Körper sind durchtrainiert von den unzähligen Wendemanövern.
Segelurlaub in der Ägäis ist ausdrücklich zum Nachahmen empfohlen.

Reisen – Urlaub – Abschalten vom Arbeitsalltag

Wer freut sich nicht, als Abwechslung zu seinem Alltag eine Reise zu unternehmen. Vor allem wenn wir jeden Tag arbeiten, brauchen wir manchmal einen sogenannten Tapetenwechsel. Wir gehen entweder ins Reisebüro oder setzen uns vor den Computer und suchen im Internet nach interessanten Angeboten.

Eine Urlaubsreise kann man individuell planen, das bedeutet wir suchen uns die Transportmittel und das Hotel am Urlaubsort selbst aus. Wir können aber auch eine Pauschalreise buchen, da übernimmt der Reiseveranstalter die Organisation und Buchung komplett. In den letzten Jahren sind Wellnessreisen sehr beliebt geworden, früher waren das Kuraufenthalte am Meer oder in den Bergen, nun gibt es eigens auf Wellness ausgerichtete Hotels, die den Gast mit Thalasso- und Inhalationsanwendungen verwöhnen. Es gibt auch Hotels, in denen man eine Abmagerungskur machen kann. Da bezahlt man praktisch dafür, dass man statt zu schlemmen sich sehr am Riemen reißen muss. Es werden aber viele Massagen und Körperpeelings sowie Gesichtsbehandlungen angeboten. Das ist dann fast wie ein Aufenthalt auf einer Beautyfarm. Nur man darf eben nicht essen.

Eine Erholungsreise muss nicht nur aus Faulenzen und am Strand Liegen bestehen. Viele Menschen wollen einen aktiven Urlaub verbringen und viele Abenteuer erleben. Sportreisen bieten da genug Möglichkeiten, ganz andere Erfahrungen zu machen als im Alltag. Wanderurlaub in den Bergen oder im Winter der Skiurlaub sind ideale Fluchten aus dem Gewohnten und wir trimmen dabei unserer Gesundheit. Sehr schön kann auch ein Surfurlaub oder ein Segeltörn auf einer Yacht sein. Mit dem eigenen Boot kann man in sonst unzugänglichen Buchten vor Anker liegen und die Schönheit der Umgebung ungestört genießen. Man hat das Hotel wie ein Schneckenhaus immer dabei und nachdem eine Jacht in der Regel nur wenig Kabinen hat, sind es auch eine überschaubare Anzahl an Mitreisenden, mit denen man auskommen muss.
Manche Menschen verbinden den Urlaub mit der Möglichkeit, sich zu bilden. Beliebt sind hierbei Städtereisen zum Beispiel nach Paris in den Louvre oder nach Italien in die Renaissancestädte. Hier erfährt man viel über die Kultur und unsere Vergangenheit, sei es die Architektur oder die Kunst. Man kann aber auch seine Sprachkenntnisse erweitern, wenn man eine Sprachreise in das Land bucht, dessen Sprache man lernen oder vertiefen möchte.

In Mittelalter glaubten die Menschen, die Welt sei eine Scheibe und wenn man am Horizont landet, fällt man über den Rand runter in die Unterwelt. Erst durch die Forschungen berühmter Wissenschafter wie Galilei und Kopernikus verändert sich die Sicht auf unseren blauen Planet. Diese neuen Erkenntnisse wurden nicht zuletzt durch die Entdeckungsreisen von Columbus, Magelan und Vasco da Gama bestätigt. Man konnte die Erde umrunden, heureka.

Das war mit sehr vielen Entbehrungen verbunden. Viele Seemänner überlebten diese Entdeckungsreisen nicht, entweder weil sie von feindlich gesinnten Eingeborenen umgebracht wurden oder weil sie diversen Krankheit an Bord der Schiffe erlagen.
Bis heute hat sich diese Tradition in Forschungsreisen erhalten – man bricht noch immer auf, um die Geheimnisse der Wissenschaft zu lüften. Das gelingt am besten im ewigen Eis auf den Polkappen, die Forscher bohren einen Eiskern aus und können an ihm die Entwicklung der Erde ablesen. Zunehmend wichtig ist jedoch das Schmelzen der Pole durch vom Menschen verursacht Erderwärmung.

Nicht unerwähnt bleiben sollte die Pilgerreise, die aus religiösen Motiven unternommen wird, sei es um Vergebung zu bieten oder um das Seelenheil zu beten. Die Christen pilgern nach Rom, Jerusalem oder Lourdes. In jedem Land gibt es noch spezielle Pilgerorte, in Bayern zum Beispiel Altötting oder Andechs. Die Moslems sollen einmal in ihrem Leben eine Pilgerreise genannt Hadsch nach Mekka unternehmen und dort um den Würfel Kaba mehrmals kreisen. Solche Pilgerreisen sind in der Regel entbehrungsreich aber bauen den Pilger seelisch auf.

Reisen bildet sagt einmal ein kluger Mensch und das stimmt – wir verändern unseren Horizont und lernen sehr viel dazu. Auf zu neuen Ufern!

Text: ISAKI 9.2009